Vampire 31 Tage Challenge – Tag 1 – How I Met V:tM

Veröffentlicht: 01/10/2013 in 31 Tag Challenge, RPG, V20, V:tM, White Wolf, WoD

Für die Frage wie ich zu Vampire fand möchte ich weiter ausholen bis hin zu meinen Schritten auf das Hobby (P&P) Rollenspiele zu. In der Hoffnung, dass der Weg vielleicht eine erste Einsicht schafft, wieso ich, nach mehreren Jahren, noch immer dem Spiel verfallen bin. Vielleicht auch um etwas über meine Einstellung, vielleicht Prägung, hinsichtlich Rollenspiele zu verraten.

Im Gegensatz zu der Serie, an die ich die Überschrift anlehnte, werde ich mich natürlich etwas prägnanter fassen.

Link - Icon Phase 1 – CRPGs Secret of Mana

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Dass es überhaupt Rollenspiele gibt, muss ich wohl über das intensive Spielen an Konsolen sowie, später dann, Rechnern, gelernt haben. Das heißt vom ersten Gameboy an über Konsolen wie den NES und SNES war ich von Computer-Rollenspielen fasziniert. Unterstützt von meiner Patentante spielte ich einige der Spiele, die mittlerweile Klassiker sind, durch.

Hierbei erfuhr ich wohl auch, dass es neben den Konsolen-RPGs auch richtige gab, so gab es zu einem Fest das erste richtige P&P als Geschenk. Soweit ich mich erinnere noch vor dem ersten richtigen PC.

Die Begeisterung für CRPGs blieb hierbei erhalten. Wobei ich dazu fast alles zählte was man entfernt unter RPG fassen konnte. Das heißt neben klassischen und klaren RPGs wie Fallout auch Adventures sowie mitunter gewisse Strategie-Spiele wie Jagged Alliance.

Der Enthusiasmus für blieb bis heute erhalten, aber zurück zu den RPGs.
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Alien Icon Phase 2 – First Contact Zerbrochenes Herz

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Wie erwähnt bekam ich mein erstes Rollenspiel geschenkt. Es müßte um 1990 bis 1994 gewesen sein. Kombiniert mit dem Wissen, dass ich neben Rollenspielen Superhelden mochte, schenkte man mir das Marvel Super Heroes RPG als Box:

Marvel Super Heroes RPG BoxDeutsche Variante

Das Spiel war – soweit ich mich erinnere – deutsch. Mein jüngerer Bruder und ich versuchten, kaum zu Hause angekommen, es auszuprobieren.

Wir scheiterten kläglichst.

Zwar war uns das Grundprinzip durchaus klar, aber der Bodenplan kombiniert mit dem vorgefertigten Abenteuer überforderte uns.

Hierbei sind mir einige damals unverständliche Aspekte in Erinnerung geblieben.

So hieß es in dem SL-Teil des Abenteuers, bei dem davon ausgegangen wurde, dass einer Spiderman spielt, dass man dem Spieler Karma-Punkte geben sollte, wenn er daran dächte die kranke Mary-Jane in der Nachbarstadt zu besuchen. Ohne einen vorangegangenen Hinweis woran sie erkrankt ist oder dass sie überhaupt krank ist. Wie sollte das der Spieler wissen und an seine Karmapunkte kommen?

Der Endkampf des Abenteuers, gegen einen Superschurken der eine Bank ausräumte, war dahingehend beschrieben, dass die Helden an sich keine Chance hatten und der Schurke alle Supermächte kontern konnte. Der SL sollte dort entscheiden, wann es der Kämpferei gut sei und die Guten gewonnen haben. Wie das wiederum fair und spannend gehen sollte verstanden wir damals, gerade dank der Prägung durch die Konsolen, nicht. (Nachdem einer aufgegeben hatte, bekam der andere das SL-Buch zu lesen.)

Auch schon davor war die Beschreibung des Überfalls derart gestaltet, dass wir keine Ahnung hatten, wie die Spielfiguren vernünftigerweise all die wichtigen / spannenden Hinweise finden sollten. Würden sie die verräterischen Gulli-Tentakeln an der Rückseite bemerken, dann entginge ihnen ja die Action vorne.

Kurzum: Das Rollenspiel landete im Schrank und “verschwand”.
Ziemlich wortwörtlich, ich habe keine Ahnung, wo es geblieben ist.
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Papier & Stift Phase 3 – (freie) Mail/Foren-Rollenspiele Papier & Stift

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Es dauerte bis etwa 1997 bis ich wieder dazu kam Rollenspiele zu spielen.
Schuld waren das Internet und die Sciencefiction-Serie Babylon 5, die auf ProSieben lief. Ausgerüstet mit einem Computer und einer viel zu teuren ISDN-Leitung war ich seinerzeit in den Weiten des Usenets unterwegs, unter anderem in de.rec.sf.babylon5

Ich bin mir nicht sicher, ob ich auf die Idee kam danach zu suchen oder ob es der Werbebeitrag des Spielleiters war, jedenfalls fand ich zu einer netten, relativ kleinen, Runde die über Mails ein Babylon-5-Rollenspiel namens BabCom betrieben.
Damals sogar noch über manuelle(!) Mailverteiler – man bekam eine Liste aller Mitspieler und schickte die Beiträge an alle – da es keine komfortable Listen-Software gab.

Der Spiel-Modus war und ist denkbar einfach.
Man schrieb einen Zug in dem man beschrieb was die eigene Figur macht sowie was geschieht und der nächste setzte die Geschichte aus der Perspektive der eigenen Figur fort.

Mit der Zeit entwickelten sich die technischen Plattformen weiter.

  • Aus der manuellen Maillingliste wurde eine richtige Maillingliste
  • Aus der richtigen Maillingliste wurde ein Forum
  • Das Forum wurde über IRC ergänzt und man spielte dort im ähnlichen Modus weiter

Auch die Themen variierten im Laufe der Zeit als Themen uninteressanter wurden, Gruppen zerbrachen und sich neue Gruppen bildeten.

So kam ich von BabCom (TV Serie Babylon 5) über Erewhon (Eigenes Vampire-Setting) zur MEF – Mittel Europäische Förderation – (TV Serie Star Trek) zu mindestens einem halben Dutzend Sternenflotten.

Ich spielte wohl bis etwa 2003 oder 2004 in unterschiedlichen Gruppen.
Natürlich warf ich auch Blicke auf verwandte Spielformen wie Round-a-Robins, Fanfiction-Zirkel (gerade rund um den Bereich Anime) als auch zu anderen RPG-Formen wie Chrestonim.
Fasste dennoch dort nie richtig “fuß” in Form einer aktiven Beteiligung.

Es war nicht alles an den freien Forenrollenspielen schlecht.
Dennoch ist der überwiegende Teil der Erinnerungen negativ. So negativ, dass ich noch heute um freie Forenrollenspiele idR einen weiten Bogen mache, einige wenige sehr misstrauisch beäuge und, seitdem ich aufgehört habe, mich an keinem mehr beteilige. Ich halte mich für recht aufgeschlossen, aber bei fFRPGs mache ich tendenziell dicht.

Es war nicht nur die persönlichen Dramen die sich die Spielform als Bühne suchten.
Es waren Aspekte wie die Feststellung, dass die Rollenspiele regelmäßig, nach etwa 7 Jahren, in einer kreativen Sackgasse landeten, in der die Freiheit, alles tun zu können, zur Last wurde, dass alles langweilig war. Es war der Aspekt, dass ein kompetitives Spiel unter Spielern oder auch mit dem Spielleiter nicht “ernsthaft” möglich war und es aufgrund fehlender Konflikt-Mechanismen bestenfalls aufgegeben wurde bevor es im Zank endete.
Es war der Aspekt, dass dem Charakter Werte fehlten. Die Möglichkeit Grenzen auszutesten, weil keine Grenze vorhanden war. Das Fehlen eines echten Wachstum, da auch ein “größer werden” ein “besser werden” nicht gegeben war. Es gab keine Schranken, keine Ziele, nichts.
Es war letztlich der Aspekt, dass mir die Spannung und das Drama im Spiel fehlten, die spielerische Elemente neben dem reinen schreiben.

Es war gegen Ende meiner Zeit bei den freien Forenrollenspielen, dass ich lernte, dass es Vampire: The Masquerade gibt. Ich wusste instinktive, dass es das war, was ich wollte, was ich mögen würde und dennoch war ich noch nicht da.
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Diaspora Phase 4 – Vom Suche und Suchen Radar

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Ich war durchaus nicht gänzlich auf der faulen Haut gelegen und habe gewartet, dass sich Pen & Paper in der Form von V:tM doch materialsieren möge.

Tatsächlich habe ich noch während der Zeit, in der ich mit freien Forenrollenspielen beschäftigt war, immer wieder versucht, “richtige” Pen-&-Paper-Rollenspiel-Runden zu finden. Womit eine kleine Odyssee begann, die ich eher kurz schildern mag.

D&D war das Spiel, dass ich niemals wirklich war. Jedoch das erste nach Marvel.
Ich schaffte es irgendwie eine Gruppe in der Nähe zu finden, die interessiert waren es zu spielen. Ich schaffte mir das Spielerhandbuch an, auf deutsch (iirc), und meine gerade von der Optik des Hexenmeisters begeistert gewesen zu sein. Doch die Runde kam über ein Treffen beim Chinesen zwecks Absprache nicht heraus.

DSA 3 war das erste Tisch-Rollenspiel, das sich dank der KoOp-Datenbank fand.
Die Runde war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Vor allem dahingehend, dass man sich durch jegliche Klischees hin zu einem Rollenspiel-Erlebnis arbeitete, das selbst Komödien wie Gamers 1 & 2 spotten würde, wäre es nicht trauriger Ernst. Es zu beschreiben würde den Rahmen sprengen. Nur soviel: Die Runde wurde abgebrochen, um eine Schlägerei zu vermeiden, und ich lernte Magic: The Gathering spielen.

Earthdawn schloss sich hieran an, auch dank KoOp-Datenbank.
Mir blieb in prägend Erinnerung, dass die Spieler die Namen ihrer Charaktere nicht kannten und wir zur Musik aus einem Konsolen-RPG 4 Wellen à 5 Flugorks abschlachteten.

Danach gab es eine weitere Phase des Suchens.
Erste zaghaften Versuche über den Rollenspielladen Gruppen zu finden, scheiterten kläglich an Schüchternheit und fehlenden Gruppen bei der Nachfrage. Zu den LARPern traute ich mich nicht. So begaben sich die nächsten Tisch-RPG-Erfahrungen im Zuge eines Anime-Treffen.

Shadowrun (Homebrew Variante) spielte ich im Gegensatz zu den vorangegangenen Runden mehr als einen Spielabend, in dem aber nicht viel mehr geschah, als dass wir erwachte Tiger in der Kanalisation von Seattle suchten und nicht fanden, mehr als einen Spielabend lang. Nach zwei oder zwei und einem halben gaben wir es auf.

Amber Diceless schloss sich als System an das enttäuschende Shadowrun-Erlebnis an.
Innerhalb von nur etwa zwei Abenden zeigte es hierbei, dass es einen ähnlichen negativen Effekt haben kann wie freie Foren-RPG-Runden. Kurz, es war eher enttäuschend. Wobei die Gruppe auch nur bedingt dafür geeignet war.

Danach – Amber müßte gegen 2003 gewesen sein – dauerte es bis 2010, dass ich etwas anderes spielen sollte als Vampire
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V:tM Maske (MET) Icon Phase 5 – Finally Vampire! Vampire Ankh Icon

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Ich erinnere mich nicht mehr ganz genau wie ich davon erfuhr, dass es Vampire: The Masquerade gibt.

Ob ich es beim stöbern im Comic-Laden fand, ob mir Bekannte davon erzählten, es in einem Magazin erwähnt wurde oder ich dank der AnimagiC davon erfuhr. Sehr wahrscheinlich hatte es damit zu tun, dass ich “Interview mit einem Vampir” sah und vollkommen begeistert von der Erzählung sowie dem Werk von Anne Rice war. Es war wohl um 1999 beziehungsweise 2000 herum.

So begab ich mich in einen Comic-Laden, dem Sammlereck in Koblenz, und erstand Vampire: Die Maskerade, in der dritten Edition.

Das Rollenspiel wurde nach Hause mitgenommen, verschlungen und unter anderem meinen jüngeren Bruder präsentiert. Der es interessant fand, jedoch nicht ganz so sehr wie ich dem Vampire-Hype verfallen war.

Vampire: Die Maskerade bot all das was mir bei freien Forenrollenspiele fehlte.
Es bot Regeln für die Charaktere, Gestaltungs-, Beschreibungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Es bot Regeln für Konflikte und dabei nicht nur Regeln für die externen Bedrohungen, sondern auch für ein eher kompetitives Spielen.
Es bot ein Würfelsystem und damit ein Spiel.
Darüber hinaus war es verständlich. Ich verstand wie ich es spielen kann und Spaß damit haben. Es wirkte nicht einschränkend oder beschneidend sondern einfach nur genial.

Auch der Hintergrund war spannend gestaltet und … Vampire. Vampire waren ebenso ein weiteres großes Plus wie die Strukturierung in Clans.

Kurz, quasi Liebe auf den ersten Blick.

Es sollte jedoch dauern bis ich das Regelwerk zur Anwendung bringen konnte
Der Versuch über den Rollenspielladen Kontakt zu anderen Spielern aufzunehmen, scheiterte; ebenso der Versuch, im eigenen Umfeld Spieler zu finden: Fünftausendseelendorf in der Eifel zu einer Zeit, wo die Bravo noch Fotostrecken über böse Satanisten brachte.

Irgendwann, vielleicht frustriert vom freien Forenrollenspiel, kam mir die Idee „Müsste es nicht möglich sein dieses Spiel Online zu spielen?“ und so fing ich an zu suchen, per Fireball und Altavista damals noch. Irgendwie kam ich auf den notwendigen Einfall nach dem Spieltitel und Chronik zu suchen,…
…, und landete in der damals noch reicheren deutschen Landschaft von Online-Chronik.

Es dauerte, bis ich eine Chronik fand und einen Charakter erstellt sowie ins Spiel gebracht bekam. Ich erwarb u.a. das Dark-Age-Regelwerk. Letztlich landete ich bei Dark-Seattle, einer V:tM-Chronik. Es müßte um 2004 herum gewesen sein.

Es war kein klassisches P&P, aber es gab Charakterbögen, mit Werten.
Es gab Würfel und es gab einen Text-Chat in dem gespielt wurde.

Die Chronik entwickelte sich weiter, wurde leider eingestellt, doch eine kleine Gruppe Spieler – zu der auch ich gehörte – entschied sich weiter zu spielen, mit Skype und sich auch mal zu treffen (und klassisch zu spielen).

V:tM Cover

Fazit: So kam, und so blieb ich bei Vampire: Die Maskerade.
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Diskussion im RSP-Blogs Forum

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Kommentare
  1. Sergej sagt:

    Du hast in Seattle mitgespielt? Hast du mal einen Charakternamen für mich?

  2. Sergej sagt:

    Zu früh abgeschickt…
    Ich habe auch eine Zeit lang in Seattle gespielt. Sergej Tarou, Neugeborener vom Clan der Malkavianer. Ich denke es besteht die Möglichkeit, dass wir uns kennen ^^

    • Teylen sagt:

      Ja, wir kennen uns :)
      Das heißt ich erinnere mich :)
      Hatte bei Seattle unterschiedliche Charaktere. Ich hoffe ich krieg die Namen noch richtig zusammen.
      Zuletzt war es Jermaine Navarro (Toreador), schwarzer Jazz Musiker.
      Davor war es Shannon Taylor (Toreador), Zeichnerin, wurde öffentlich hingerichtet.
      Dazwischen in einem Miniplot eine Giovanni.
      Nun und mein erster Char war Gillian Connell (eine Brujah)

  3. […] Vampire 31 Tage Challenge – Tag 1 – How I Met V:tM […]

  4. […] bist du in die “Szene” gerutscht? Das habe ich in meinem Artikel wie ich zu VtM kam schon erklärt. Kurz: Ich denke es waren Rollenspiele auf dem NES und SNES die mir klar machten das […]

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