Sprach-Gedanken: Vom Ziel

Veröffentlicht: 09/05/2016 in Sprachen
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Nachdem ich bereits angefangen habe hier über das Reisen zu bloggen, mag ich auch über ein weiteres Hobby schreiben: Sprachen.

Das heißt mehr oder weniger kurze Gedanken rund um meine Erfahrung mit Sprachen beziehungsweise dem lernen von Sprachen.

Eine Frage die häufig gestellt wird ist:

„Was ist deine Zielsetzung?“

Die naheliegende Antwort meinerseits darauf wäre wohl: „Weil ich mich fließend mit Menschen unterhalten können möchte, weil ich Filme genießen mag und weil ich im Stande sein will sowohl technische Texte als auch Prosa zur Entspannung zu lesen.“

Das ist als Traum recht angenehm, bietet jedoch eine Gefahr. Zwischen dem Anfang in einer Sprache und diesem Ziel liegt ein langer, zeitweise schwieriger Weg und recht viel Arbeit.

Für mich war es besonders für Französisch relevant.
Bereits zur Schulzeit, die bis ’98 ging, wollte ich gerne die Sprache lernen und hoffte (erfolglos) darauf das eine entsprechende Klasse angeboten wurde.
Nachdem ich 2005 nach Belgien zog wurde der Drang französisch zu erlernen bestärkt.
Dennoch brauchte es bis 2013 bis ich endlich anfing es auch zu lernen.

In der Retrospektive lag dies, neben anderen Faktoren, wohl daran das ich den Traum hatte es perfekt sprechen zu wollen. Spätendens jedoch mit dem ersten Verb – abhängig vom Kurs être (sein) oder avoir (avoir) – geriet ich an eine „Wand“.

Die „Wand“ war vorrangig die Erkenntnis das meine französisch Kenntnisse bescheiden waren. Nach den ersten Übungen ist das eigene Sprach-Niveau sehr deutlich viel zu weit vom Ziel entfernt.
Hinzukam kam das die „Wand“ einen Teil der Vorstellung anfing zu zersetzten. Man kann sich schlechter vorstellen perfekt Französisch zu sprechen wenn man schlicht weiß das man an der Konjugation einfachen Verben scheitert.

Dementsprechend hatte ich nach kurzen Lern-Anläufen immer wieder aufgegeben und mich anstelle in der Vorstellung meines „Zukunfts-Ich“ gesuhlt. Das heißt der Gedanke daran in der Zukunft sprachsicher zu sein war attraktiver als in der Gegenwart zu lernen.

Mir selbst half das folgende:

Ich habe mir den Unterschied zwischen Traum und Ziel verdeutlicht und mir übersichtlichere Ziele gesetzt.

Das heißt neben der Vorstellung irgendwann fremdsprachige Texte zu übersetzen setze ich nun mehr Ziele wie:

-) In der Sprache sagen das ich Hunger habe.
-) In der Sprache sagen das ich glücklich bin.
-) Pro Tag meinen Wortschatz festigen.

Die ersten beiden Punkte sind etwas anspruchsvoller als das Ziel „Mein Name ist…“ sagen zu können, enthalten die beiden wichtigsten Verben und können bei mit überschaubaren Aufwand erreicht werden. Zudem kann man schon etwas stolz sein Grundbedürfnisse ausdrücken zu können.
Der dritte Punkt ist eher ein Abstrakter, dennoch etwas das man erreichen kann.

Wenn man es sich nicht als Ziel setzen mag, sondern weiterhin den Traum als Ziel sieht, dann hilft es sich die Ziele nachträglich zu setzen. Ich war einigermaßen stolz als ich bemerkte das ich z.B. „Ich habe Hunger“ auf Französisch, Spanisch und Italienisch sagen konnte. Auch wenn es für meinen Traum fremdsprachige Rollenspiele übersetzen zu können oder beim Urlaub mich perfekt verständigen zu können eher unbedeutend ist.

Das war schon der erste Artikel zu Sprachen, der erste Sprach-Gedanke.

Habt ihr Fragen oder Kommentare?
Wünsche hinsichtlich weiterer Themen?

Hinterlasst mir einfach einen Kommentar im Blog, oder kontaktiert mich über eins meiner sozialen Netzwerke.

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